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Debatten auf Twitter analysieren - Rückblick zur Fachkräfteschulung #4

von Moritz am 08.06.18
CC-BY-4.0, OKF DE, Foto: Thomas Nitz, tnt-fotoart.de

Digitalisierung, Daten und digitale Tools werden für viele gemeinnützige Organisationen und Verbände immer wichtiger. Doch wo finde ich offene Daten? Wie kann ich digitale Geschichten erzählen? Und wie tragen Debatten wie #diesejungenLeute auf Social Media zur politischen Bildung bei? Dazu haben wir in den letzten Wochen vier verschiedene Schulungen für Fachkräfte in der Jugendarbeit angeboten, in denen wir mit digitalen Tools experimentierten und gemeinsam tiefer in die Welt der Daten eintauchten.

Wir nutzen soziale Medien, um mit Freunden zu chatten, um auf Kampagnen aufmerksam zu machen oder uns über aktuelle Debatten im Netz zu informieren. In unserem letzten von vier Workshops am 1. Juni haben wir soziale Medien einmal anders genutzt, und zwar als eine Grundlage für Datenanalysen. Denn mittels Social-Media-Daten lassen sich auch Rückschlüsse über gesellschaftliche Probleme und Debatten ziehen. Aber wie geht man bei einer Analyse am besten vor? Und wie kann man die nötigen Daten eigentlich sammeln?

Zu Beginn stellten wir einige zivilgesellschaftlicher Projekte wie das Ineqauligram, Selfieexploaroty oder die Factchecking Website PolitiFact vor. Die Projekte nutzen allesamt Daten aus Instagram, Facebook oder Twitter, um die Gesellschaft zu analysieren oder Aussagen von Politikern zu überprüfen. Im Anschluss haben wir uns gemeinsam mit den Teilnehmer/innen das Tool IFTTT angeschaut. IFTTT steht für “If This Than That”. Über die Plattform lassen sich Programme wie der Google Calendar, Social Media Accounts und vieles mehr miteinander in Verbindung setzen und automatisieren. Ein beliebtes Beispiel aus dem Workshop: “Schicke mir jedes mal eine Benachrichtigung wenn sich die ISS-Station über meinem Haus befindet”. Mit dem Tool lassen sich aber auch Twitter und Google Sheets in Verbindung setzen. Gemeinsam bauten wir eine Anwendung mit der Tweets die einen bestimmten Begriff, z.B “Trump”, enthalten, automatisch über die Twitter-API gefunden und in der Google-Tabelle gespeichert werden.

Im zweiten Teil des Workshops analysierten wir dann einen Twitterdatensatz, der Tweets rund um die Debatte #ToxischeNarrative enthielt. Als Reaktion auf eine veröffentlichte Studie der Amadeu-Antonio Stiftung zu Hate-Speech im Netz vergangenes Jahr, hatten rechte Kreise versucht die Diskussion zu beeinflussen. Darunter auch das rechtsextreme Netzwerk Reconquista Germanica. Um Fragen über die Dauer der Diskussion oder die aktivsten Nutzer zu beantworten, nutzten wir einfache Excel-Auswertungen. Um zu analysieren, wer unter den Beteiligten wem folgte, verwendeten wir das Netzwerk-Analyse Tool Gephi.

Analyse: Followernetzwerk von am #ToxischeNarrative beteiligten Accounts

Im letzten Teil des Workshops diskutierten wir die Ergebnisse und überlegten uns weitere Anwendungsmöglichkeiten, insbesondere für die Arbeit mit Jugendlichen. Zum Beispiel könnten Twitteranalysen für die politische Bildung genutzt werden, um Jugendlichen zu erklären, wie sich eine Twittertimeline eigentlich zusammensetzt oder ihnen das Konzept der Filterblasen zu verdeutlichen.

Alle Materialien findet ihr hier zum Download. Die Fotos gibt es hier.

Der Workshop war zunächst unsere letzte Fachkräfteschulung. Wer sich für Datenanalyse und digitale Jugendbeteiligung interessiert, kann sich noch für den 15. und 16. Juni an unserer Data Expedition anmelden. Bei dem Event kommen Menschen aus unterschiedlichen Bereichen wie der Bildungsarbeit, Design und Softwareentwicklung zusammen. In kleinen Teams werden konkrete Probleme in Angriff genommen, eine Fragestellung beantwortet oder eine Story anhand von Daten erzählt. Hier geht’s zur Anmeldung!